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Als Stalin starb

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Als Stalin starb - Eine Trauerfeier, ein Häftling, ein Funktionär

Von Meinhard Stark

Die Beisetzung des Josef Wissarjonowitsch Stalin - vier Tage nach seinem Tod - wird im gesamten Ostblock als große politische Massenveranstaltung inszeniert. Auch in der DDR gibt es eine Trauerfeier, Aufmärsche, pathetische Hymnen und kollektive oder persönliche Verpflichtungen zu Ehren des 'teuren Toten'.

Hermann Kreutzer, ehemaliger Sozialdemokrat und SED-Mitglied, ist in dieser Zeit Häftling in Bautzen. Er war zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er sich gegen die Umwandlung der SED in eine an Stalin orientierte Partei wandte. Ihn konfrontiert der Autor mit den pompösen Trauer-Zeremonien von damals.

Der Funktionär ist der Naturwissenschaftler Robert Havemann, Vorsitzender des Friedensrates und Abgeordneter der Volkskammer. Er nimmt am Staatsakt für Stalin in der Berliner Lindenoper teil. Der spätere Regime-Gegner über sich selbst: "Stalin war für mich der bedeutendste damals lebende Marxist. Seine Worte waren unwiderleglich. Ich konnte mich nur bemühen, ihn zu verstehen. Wenn es mir nicht gelang, lag es nicht an Stalin, sondern an mir".


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