Der Geist von Königsberg
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Der Geist von Königsberg - Eine Zeitreise nach Kaliningrad
Von Marianna Butenschön
Produktion: NDR, SWR, SR 2005
Wer heute Kaliningrad, das ehemalige Königsberg, besucht und sich auf Spurensuche begibt, ist gleichsam in zwei Städten unterwegs. Sechzig Jahre nach Kriegsende ist die alte ostpreußische Metropole in der westlichsten Stadt Russlands auf Schritt und Tritt gegenwärtig. Heimatkunde ist „in“. Antiquariate, Buchhandlungen, Funk und Fernsehen erinnern ebenso wie restaurierte Denkmäler, renovierte Häuser und sensationelle Ausgrabungsfunde daran, dass die sowjetischen Umsiedler, die nach 1945 nach Ostpreußen zogen, in ein fremdes Land kamen. Viele sind dort nicht heimisch geworden und wieder gegangen.
Heute aber sind 60 Prozent der Einwohner in Kaliningrad geboren, und die meisten waren nie in Russland. Der Exklave-Status des Gebiets, das seit dem 1. Mai 2004 von EU-Staaten umgeben ist, fördert die Rückbesinnung auf die so lange tabuisierte Vorkriegsgeschichte der Region. Man spricht wieder von „Ostpreußen“. Heimaterwerb durch Kulturgewinn? Auch die Diskussion um die Umbenennung der Stadt, die im Juli 2005 ihren 750. Geburtstag feiert, reißt nicht ab. Die jüngere Generation tritt schon lange für „Kjenigsberg“ ein.
- NWR - Sonntag, 2005-05-15 - 9:05-10:00 Uhr
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