Fall Herbert Häber
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Der Fall Herbert Häber - Vom Politbüro in die Psychiatrie
Von Paul Kohl
Am 24. Mai 1984 gab es in der hermetischen Welt des SED-Politbüros eine kleine Sensation: Honecker schlug vor, den damals 53jährigen Westexperten Häber in das überalterte Gremium aufzunehmen, und zwar ohne dass der zuvor Kandidat gewesen wäre.
Herbert Häber, geboren 1930 in Zwickau, hatte einen rasanten Aufstieg hinter sich. Seine erste Aufgabe als Politbüromitglied ist die Vorbereitung Honeckers obligatorischer Moskau-Visite. Mit den Argumenten Häbers in der Tasche trifft Honecker in Moskau auf den Altstalinisten Tschernenko. Der untersagt ihm die geplante Westreise, droht für den Fall weiterer 'Eigenmächtigkeiten' mit Ablösung. Vermutlich hat Honecker sich in dieser Stunde von seinem Protegé getrennt. Häber wird kaltgestellt und nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie festgehalten. Nach seiner Entlassung erhält er einen Arbeitsplatz ohne Aufgabenbereich. Weder Honecker noch ein anderes Politbüromitglied ist bis 1989 für ihn zu sprechen.
MDR Figaro - Mittwoch, 2005-11-16 - 22:00-23:00 Uhr
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