Gehör nur einen Augenblick
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Gehör nur einen Augenblick - Der Schriftsteller John Henry Mackay (1864-1933)
von Klaus-Dieter Pittrich
Die Texte Mackays werden von Udo Samel gesprochen.
Reihe: Verkannt, verschollen, vergessen (3)
Thomas Mann erinnert sich an seinen Namen, als "Klang aus meiner Jugendzeit", Erich Mühsam erwähnt ihn in seiner Autobiographie, Richard Strauss vertonte einige seiner Gedichte ebenso wie Eugène d'Albert, Reger oder Schönberg. Stirner-Experten kennen ihn als Biographen und Herausgeber der Gesamtausgabe des Autors von "Der Einzige und sein Eigentum". Dennoch gehört John Henry Mackay zu den Verkannten und letzten Endes Verschollenen der Literatur und Kulturgeschichte. Das hängt zweifellos auch mit der Homosexualität des 1864 in Schottland als Sohn einer deutschen Mutter geborenen, in Berlin 1933 gestorbenen Autors zusammen. Sein literarisches und publizistisches Engagement für die "namenlose Liebe" schützte er mit dem Pseudonym SAGITTA, Pfeil. Unter seinem bürgerlichen Namen verfasste er zahlreiche Romane und Erzählungen und schrieb an die 800 Gedichte.
Die Collage aus Romantexten und autobiographischen Zeugnissen lässt John Henry Mackay in seinen Texten zu Wort kommen, eine Aufforderung, dem Autor selbst auf die Spur zu kommen, der, vom Geist des Wilhelminischen Zeitalters geprägt, in den Weimarer Jahren erleben musste, wie die Zeit über ihn hinweg ging und ihm "keinen Platz im Zeitenbuch" geben wollte.
WDR3 - Dienstag, 1999-04-20 - 20.06-21.00 Uhr
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