Genie und Geld
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Genie und Geld - Schiller und seine Verleger
Von Stephan Reinhardt
Das Verhältnis zwischen Autoren und Verlegern war im 18. Jahrhundert von verlegerischer Willkür geprägt. Ein allgemeines Urheberrecht - wie es heute üblich ist - lag noch in weiter Ferne. Mit dem Ankauf eines Manuskripts erwarb der Verleger das Recht auf sämtliche Auflagen. So hat auch der Mannheimer Buchhändler Christian Friedrich Schwan die in seinem Verlag erschienenen Schillerdramen "Die Räuber", "Fiesko" und "Kabale und Liebe" mehrmals nachgedruckt, ohne sich mit Schiller darüber zu verständigen. Und ohne ihm ein Honorar zu bezahlen. Viele Jahre litt Schiller unter Geldmangel, lebte von Vorschüssen und Darlehen.
Als der junge Leipziger Verleger Georg Joachim Göschen seinen Autoren erstmals die Honorierung von Neuauflagen garantierte, wechselte Schiller erst zu ihm, dann zum finanzstärkeren Cotta, der in Tübingen den bedeutendsten Verlag der Goethezeit aufgebaut hatte. Erst in seinen letzten Jahren konnte Friedrich Schiller von seinen Honoraren als freier Schriftsteller leben.
SWR2 RadioART: Feature - Mittwoch, 2004-12-22 - 21.03 Uhr
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