Geteilte Republik
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Die geteilte Republik - Antisemitismus in Frankreich
Ein Feature von Ruth Jung
Produktion DLF, SR 2004
Obwohl es in Frankreich seit vier Jahren immer wieder antijüdische Anschläge gibt, waren sie in der Öffentlichkeit kein großes Thema. Politik und Medien mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, zu lange zu den Anschlägen geschwiegen zu haben. Inzwischen hat das Thema oberste Priorität mit zum Teil verheerenden Auswüchsen, wie der vorgetäuschte antisemitisch motivierte Überfall auf eine junge Frau im Juli zeigt. Die allzu eilfertige Bereitschaft auch seriöser Medien, die "üblichen Verdächtigen" zu beschuldigen sowie die übereilten Stellungnahmen von Politik und Interessenvertretern führen dazu, dass die Auseinandersetzung mit den komplexen historischen und politischen Hintergründen der besorgniserregenden Entwicklung erschwert wird. Der Skandal im Juli offenbart die Sorge, aber auch die Verwirrung der Öffentlichkeit.
Frankreich hat die größte jüdische Gemeinde Europas, zugleich leben dort etwa sechs Millionen Einwanderer muslimisch-arabischer Herkunft. Der Nahostkonflikt wirkt sich bis in die Pariser Banlieue aus. Die Republik verteidigt indessen das Prinzip der Laizität.
WDR3 2004-10-26
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