Obelisk von Axum
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Der Obelisk von Axum - Babylonische Verwirrungen in Äthiopien
Von Thomas Kruchem
Axum und insbesondere die von alten Hochkulturen errichteten Stelen dort symbolisieren für die Äthiopier ihre kulturelle Geschichte - wie für die Europäer Rom. Der "Obelisk", die größte und berühmteste Stele, ist wahrscheinlich schon während ihres Baus umgestürzt und seitdem in dieser "Stellung" verblieben - ein Sinnbild auch für die Geschichte des Landes, das von bitterer Armut, steten Hungerkatastrophen und politischem Chaos geprägt ist: Einem operettenhaft wirkenden Kaiser folgte der kommunistischen Diktator Mengistu; und die erste demokratische Regierung führte unverzüglich Krieg gegen das gerade in die Unabhängigkeit entlassenen Eritrea.
Äthiopien ist aber auch ein Land faszinierender – ethnischer wie kultureller – Vielfalt; hier stand wohl die Wiege der Menschheit; die äthiopisch-orthodoxe Hochkultur war die erste christliche überhaupt – bis ihre Entwicklung im Spätmittelalter erstarrte.
Das Feature vermittelt die faszinierende Vielfalt Äthiopiens in Form von Spannungsbögen: zwischen Entwicklung und Erstarrung konkurrierender Hochkulturen - zwischen Bantu-Völkern im Süden und semitischen Halbnomaden im Norden; zwischen Christen, Muslimen und Juden; zwischen 80 verschiedenen Sprachen; zwischen Slumbewohnern im Schatten des „Addis Sheraton“ und jenen Intellektuellen, die Äthiopien zur Brücke zwischen Afrika und dem Westen gemacht haben.
BR2 - 2004-08-14 - 16.00-17.00 Uhr
BR2 - 2004-08-15 - 20.00-21.00 Uhr
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