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Papas Harem und Mamas zivile Gesellschaft

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Papas Harem und Mamas zivile Gesellschaft - Marokko auf dem Weg zur Demokratie

von Martina Sabra

Nach wie vor wollen die meisten marokkanischen Jugendlichen nur eins: weg; in Richtung Norden. Sie riskieren ihr Leben, um das heißersehnte Europa zu erreichen. Alles scheint besser zu sein als die miserablen Verhältnisse daheim. Daran hat auch die seit Anfang 1998 amtierende Oppositionsregierung nichts ändern können.

Dennoch scheint der Wandel "von Papas Harem zu Mamas ziviler Gesellschaft" - wie die Soziologin Fatima Mernissi aus Rabat es formuliert - , nicht mehr aufzuhalten zu sein: Immer mehr Marokkanerinnen und Marokkaner versuchen die drängendsten Probleme in ihrem Land aus eigener Kraft zu lösen: Ärztinnen setzen sich in Casablanca für Straßenkinder und Aids-Kranke ein; linksliberale Unternehmer organisieren Alphabetisierungsmaßnahmen, Bürgerinitiativen bekämpfen Müllberge in der Natur. Ein Trend, der dadurch begünstigt wird, weil die marokkanische Monarchie zunehmend die Selbsthilfe der zivilen Gesellschaft braucht, um den sozialen Frieden zu sichern.

Die marokkanische Bürgergesellschaft ist im Werden, und Frauen spielen dabei eine wichtige Rolle.


WDR3 Sonntag, 1999-02-21 15:05-16:00 Uhr

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