Swing Heil!
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Swing Heil! - Jazz im Dritten Reich
Von Margot Litten
„Niggerei und jüdische Frivolität“ urteilte Goebbels, und der Hamburger SS-Sturmbannführer Reinhardt tönte sogar: „Was mit Ellington anfängt, hört mit dem Attentat auf den Führer auf“.
Jazz war im Dritten Reich verboten: Die als „Swingheinis“ verhöhnten Fans wurden verfolgt, einige landeten sogar im Konzentrationslager. Doch der Jazz-Bazillus ließ sich nicht so einfach ausmerzen. Der Platten-Schwarzmarkt boomte, und die Bands tarnten ihr gewagtes Spiel mit deutschem Liedgut: Erschienen staatliche Schnüffler, verwandelte sich der „St. Louis Blues“ in das Lied vom „Blauen Ludwig“, und der „Tiger Rag“ mutierte zu „Wo ist der Papa“. Getreu dem Motto: „Kommt die Polente / dann tanzen wir Tango / ist sie wieder weg / dann tanzen wir Tiger Rag.“
Neuere Untersuchungen widerlegen übrigens die Vorstellung, dass Jazzbegeisterung im Dritten Reich gleichbedeutend war mit Gegnerschaft zum Regime. Lediglich die Hamburger Swingszene zeigte Ansätze zu ernsthaftem Widerstand. Und man weiß inzwischen, dass auch der braune Kulturbetrieb keine einheitliche Front gegen den Jazz bildete: so mancher NS-Funktionär naschte nämlich heimlich selbst gerne an der verbotenen Frucht...
BR2 - 2004-09-04 - 16.00-17.00 Uhr
BR2 - 2004-09-05 - 20.00-21.00 Uhr
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