Telemania - Leben unter dem Mediendiktat
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Telemania - Leben unter dem Mediendiktat - Alltagsbeobachtungen in Italien
Von Andreas F. Müller
Manche behaupten, in Italien habe man die Demokratie abgeschafft, und keiner habe es gemerkt. Das komme daher, behaupten andere, dass die Hirnwäsche bereits erfolgreich vollzogen sei. Manche meinen sogar, Italiens Kulturverfall sei von langer Hand geplant - und mit Blut und Terror erkämpft worden. Viele wiederum wollen von solchen Theorien nichts wissen: "Alles halb so schlimm, wir haben schließlich auch Hannibal überlebt."
Italien gilt neben Griechenland als die Wiege europäischer Zivilisation. Und doch befindet sich Italien heute in einer traurigen Vorreiterstellung: Denn nirgendwo im alten Europa zeigt sich in solcher Schärfe, wie die Vereinnahmung des Staates durch Privatinteressen Alltag, Politik und Kultur eines Landes grundlegend verändern kann. Sinnfälligster Ausdruck hierfür ist das Fernsehen - konkurrenzlos das mächtigste Instrument für die Prägung von Alltagskultur, nicht nur im fernsehsüchtigen Italien. Doch hat sich hier die öffentlich-rechtliche RAI längst dem mächtigen Privatfernsehen angeglichen - auf niedrigstem Niveau.
Berlusconi ist ein in seiner Substanz ausgehöhltes Idol. das leere Bild der Macht. Die Gesellschaft hat es hervorgebracht. Er ist das Abbild unserer Leere in seiner ganzen glänzenden Geliftetheit … (O-Ton Caroline Peyron)
MDR Figaro - Mittwoch, 2005-10-26 -22:00-23:00 Uhr
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