Weg nach Housseras
aus HoerdatWiki, der freien Wissensdatenbank
Radio-Feature > 0-9 | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | XYZ
Der Weg nach Housseras - Alfred Döblins Lebensreise in die Vergangenheit
Von Wilfried F. Schoeller
Produktion: NDR Hannover 2005
Der Dichter Alfred Döblin wurde am 28. Juni 1957, zwei Tage nach seinem Tod, im französischen Housseras am Rand der Vogesen beerdigt. Er wollte im Tod seinem Sohn nahe sein, der sich hier im Jahre 1940 erschossen hatte, um nicht in die Hände der Deutschen zu fallen. Wenige Wochen nach Döblins Tod nahm sich in Paris seine Frau das Leben - auch sie liegt auf dem Friedhof der abseits gelegenen 400-Seelen-Gemeinde. 1933 hatte die Flucht vor den Nazis begonnen, über Zürich nach Paris, wo Döblin für das von Jean Giraudoux geleitete Informationsministerium arbeitete, schließlich in die USA.
Vom Tod des Sohnes erfuhr Döblin erst nach der Rückkehr 1945. In Deutschland machte ihm der Widerspruch zu schaffen, einerseits Besatzungsoffizier, andererseits Deutscher zu sein. Schwer krank, enttäuscht, im Hader mit Deutschland und sich selbst, zog er sich 1953 nach Paris zurück.
- MDR Figaro Diskurs - Donnerstag, 2007-06-21 - 22:00-23:00 Uhr
![[Hauptseite]](/wiki/skins/common/images/hd3w.jpg)