Weltgerechtigkeitsbasar, Der
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Der Weltgerechtigkeitsbasar - Der "Fall Bhutan" und der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen
Von Jörn Klare
Produktion: DLF, NDR
Ratan Gazmere ist Bhutanese. Seine Heimat - ein kleines, absolut regiertes Königreich zwischen Indien und China - hat er seit 15 Jahren nicht mehr betreten dürfen. Gazmere ist Opfer einer ethnischen Säuberung. Als er 1989 dagegen protestierte, landete er in einer bhutanesischen Folter- und Todeszelle, aus der er nur Dank der schnellen Hilfe von Amnesty International gerettet wurde.
Nachdem der heute 50-jährige Gazmere 1992 aus Bhutan fliehen konnte, lebt er mit gut 100.000 Schicksalsgenossen in einem deprimierenden Flüchtlingslager in Nepal. Einmal im Jahr reist er für eine Woche zur Menschenrechtskommission, beziehungsweise zum Rat für Menschenrechte der UN nach Genf. Jeden Morgen fährt er von seinem billigen Privatquartier mit dem Bus zum Tagungsgebäude. Wie ein Staubsaugervertreter sucht er auf langen Fluren oder in der Cafeteria nach jemandem, der vielleicht ein bisschen Einfluss haben könnte.
Immer wieder bemüht er sich um einen Blickkontakt, hofft mit zwei kurzen Sätzen Interesse zu wecken, vielleicht sogar einen Termin zu bekommen - fünfzehn oder auch nur zehn Minuten - um 100.000 verzweifelten Menschen eine Zukunft zu ermöglichen.
- DLF - Dienstag, 2007-11-27 - 19:15-20:00 Uhr
- SWR2 - Donnerstag, 2008-12-04, 20:03-21:00 Uhr
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